Im Termin kommen fast immer zwei Fragen hintereinander: an wie vielen Tagen im letzten Monat hatten Sie Kopfschmerzen, und an wie vielen davon haben Sie etwas genommen? Beide Zahlen sind nur zählbar, wenn sie mitgeschrieben wurden.
Dieser Text ist allgemeine Information zum Führen eines Kopfschmerztagebuchs und zur Vorbereitung von Arztterminen, keine medizinische Beratung. Er sagt nichts darüber aus, was Ihre Beschwerden bedeuten, und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Über die eigene Behandlung entscheidet die behandelnde Praxis.
Aus dem Gedächtnis kommt an dieser Stelle meist eine gerundete Zahl, und die zweite Frage reißt sie wieder ein, weil die unauffälligen Tage mit einer einzelnen Tablette niemand erinnert. Diese Vorlage ist so gebaut, dass am Monatsende beide Zahlen einfach abgezählt werden können, ohne dreißig Zeilen Fließtext zu lesen.
Was in der Vorlage steht
Zwei DIN-A4-Seiten zum Ausfüllen von Hand. Die erste ist der Monat, die zweite ist das, was davon mit in den Termin geht.
- Eine Zeile pro Kalendertag, von 1 bis 31, mit einer ersten Spalte für Kopfschmerz ja oder nein. An freien Tagen genügt ein Strich.
- Zwei Zahlen für die Stärke von 0 bis 10: die überwiegende und die im schlimmsten Moment. Der Abstand zwischen beiden sagt oft mehr als jede einzelne.
- Die Seite: links, rechts oder beidseits.
- Vier Begleitsymptome zum Ankreuzen: Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit und Sehstörungen vor dem Kopfschmerz.
- Eine eigene Spalte für Akutmittel, getrennt von der Stärke, damit die Einnahmetage am Monatsende zählbar sind.
- Eine Spalte für den Ausfall: Arbeit abgebrochen, Termin abgesagt, Nachmittag im Dunkeln.
- Eine Monatsbilanz auf Seite zwei: Kopfschmerztage, Tage im Monat, Tage mit Akutmittel, Tage mit Ausfall, die stärksten Tage mit Datum, was anders war als im Vormonat, dauerhafte Medikamente, die eigenen Fragen und das Ziel des Termins.
Warum jeder Kalendertag eine Zeile bekommt
Gezählt werden Kalendertage, nicht Attacken. Ob ein Kopfschmerz, der abends wiederkommt, dieselbe Attacke ist oder eine neue, ist eine Beurteilung, und die gehört in den Termin. Das Tagebuch hält nur fest, ob der Tag ein Kopfschmerztag war. Deshalb gibt es genau eine Zeile pro Datum und keine freie Liste, in der ein schlechter Tag zweimal auftauchen kann.
Die freien Tage sind die Hälfte der Aussage. Zwölf Kopfschmerztage bedeuten etwas anderes, wenn daneben steht, dass der Monat dreißig Tage hatte. Ohne diesen Nenner ist ein Tagebuch eine Sammlung schlechter Tage, und zwei solche Sammlungen aus zwei Monaten lassen sich nicht vergleichen. Der Strich an einem ruhigen Tag kostet zwei Sekunden und trägt die ganze Zählung.
Die Spalte, die am häufigsten fehlt
In vielen selbst geführten Kalendern tauchen Medikamente nur im Fließtext auf, etwa als Tablette genommen, half etwas. Die Frage im Termin lautet aber nicht, was an einem bestimmten Tag geholfen hat, sondern an wie vielen Tagen im Monat überhaupt ein Akutmittel genommen wurde. Deshalb hat das Akutmittel eine eigene Spalte. Ein Tag mit drei Einnahmen ist dabei ein Einnahmetag, nicht drei.
Dauerhaft eingenommene Medikamente stehen nicht in der Tagestabelle, sondern auf Seite zwei, mit Dosis, Beginn und der ehrlichen Spalte, was sich seitdem geändert hat, auch wenn die Antwort nichts lautet.
Ankreuzen statt ausformulieren
Begleitsymptome sind Felder zum Ankreuzen, weil ganze Sätze an schlechten Tagen als Erstes wegfallen. Dann fehlen sie genau an den Tagen, an denen sie am meisten aussagen würden. Dasselbe gilt für die letzte Spalte: dort steht, was war, etwa wenig Schlaf, Mahlzeit ausgelassen oder Zyklustag 1, und nicht, was den Kopfschmerz ausgelöst hat. Ein Tagebuch, in dem jeder Tag bereits eine Ursache hat, liefert im Termin keine Daten mehr, sondern eine fertige Geschichte.
Die zweite Seite ist die für den Termin
Zwanzig Minuten Sprechzeit vertragen eine Seite, keinen Stapel. Am Monatsende werden auf Seite zwei vier Zahlen eingetragen: Kopfschmerztage, Tage im Monat, Tage mit Akutmittel und Tage mit Ausfall. Dazu kommen die stärksten Tage mit Datum und zwei Sätze dazu, was anders war als im Vormonat. Damit fängt das Gespräch an, und Seite eins liegt als Beleg dahinter.
Und wenn die Praxis schon einen Kalender ausgeteilt hat?
Dann ist dieser Kalender die bessere Wahl, denn die Praxis kennt sein Format. Viele Praxen in Deutschland geben den Kieler Kopfschmerzkalender aus. Was der Kieler Kopfschmerzkalender erfasst, steht in einem eigenen Ratgeber. Diese Vorlage ist für alle, die ohne Heft aus der Praxis anfangen oder zusätzlich eine Monatsbilanz für den Termin haben möchten. Wie ein Kopfschmerzkalender im Termin gelesen wird, erklärt der Ratgeber Kopfschmerzkalender führen.
Wenn Papier auf Dauer nicht mehr reicht
Papier ist sofort da und braucht kein Gerät. Der Punkt, an dem Papiertagebücher meistens aufhören, kommt nach ein paar Monaten und ist immer derselbe: vor jedem Termin muss von Hand zusammengezählt werden.
Pain Journal nimmt diesen Teil ab. Der Eintrag dauert Sekunden, und für den Termin entsteht daraus automatisch eine Übersicht mit Körperkarte als Heatmap. Die App ist offline nutzbar, verlangt kein Konto und zeigt keine Werbung. Wer beim Papier bleiben möchte, verliert nichts: die Vorlage ist vollständig und darf frei weitergegeben werden.
Häufige Fragen
Ist das Kopfschmerztagebuch wirklich kostenlos?
Ja. Das zweiseitige PDF lässt sich direkt herunterladen und zu Hause ausdrucken, ohne Konto, ohne E-Mail-Adresse und ohne Anmeldung. Es darf auch weitergegeben werden, etwa in einer Selbsthilfegruppe oder im Wartezimmer.
Wie lange sollte man es vor dem Termin führen?
Mindestens einen vollen Monat, denn im Termin wird fast immer pro Monat gefragt: an wie vielen Tagen Kopfschmerz, an wie vielen davon ein Akutmittel. Ein angefangener Monat beantwortet beide Fragen nur zur Hälfte. Besser sind zwei bis drei Monate, weil sich erst dann zeigt, ob sich etwas verändert.
Zählt ein Kopfschmerz, der abends wiederkommt, doppelt?
Nein. Jeder Kalendertag bekommt genau eine Zeile. Ob ein Kopfschmerz am Abend dieselbe Attacke ist oder eine neue, ist eine Beurteilung, und die gehört in den Termin, nicht ins Tagebuch. Zwei Einträge an einem Tag machen die Zählung am Monatsende falsch.
Ist das dasselbe wie ein Migränetagebuch?
Die Vorlage ist für Kopfschmerz und Migräne gleichermaßen gebaut, weil beide im Termin über dieselben Zahlen besprochen werden: Tage, Stärke, Begleitsymptome, Akutmittel, Ausfall. Welche Art von Kopfschmerz vorliegt, beurteilt die behandelnde Praxis, nicht das Tagebuch.
Ersetzt ein Kopfschmerztagebuch eine ärztliche Diagnose?
Nein. Es ist eine Aufzeichnung, keine Diagnose und keine medizinische Beratung. Es hält fest, was passiert ist, damit im Termin über etwas Nachprüfbares gesprochen werden kann. Die Deutung bleibt Aufgabe der behandelnden Praxis.